Ja, ja, ja…heute habe ich dem Teufel ins Antlitz gelacht, mich in die Höhle des Feindes begeben und bin dem gallespuckenden Ungeheuer Volkswagen gegenüber getreten
Mission 15: "Morgenröte"
Nun, wenn Volkswagen schon einen Wagen nach der griechischen Göttin der Morgenröte benennen muss, und damit diesen blöden Einfall in die Schublade packt, die Wagen nach manchen lauen Lüftchen zu bezeichnen

, dann muss ich doch mal den
Volkswagen EOS probefahren
Nach Kleinwagen, Mittelklassewagen, SUV, Coupés, Roadster und Sportwagen kann ich hiermit also die nächste Kategorie der Cabrios (naja, richtig genommen Coupé-Cabrios) in die Fremdfahrwochen integrieren.
Ich dachte ja nicht dass VW einen Wagen liefern könnte, bei dem eine Probefahrt lohnt, auch wenn der neue Passat nicht der übelste ist. Doch wurden wir vor ein paar Wochen mit einem neuen VW konfrontiert – so dachte ich mir „Warum Brille???“ und reservierte mal einen Eos. Naja, glücklicherweise hatte ich heute den letzten warm-heißen Tag des Jahres erwischt, so dass die ganze Fahrt oben ohne statt finden konnte
Tja, der Markt für CCs (Coupé-Cabriolets) ist gar nicht mal so groß. Vergleichbar wären da eigentlich nur noch 3 oder 4 weitere Fahrzeuge auf dem Markt. Der Rest sind weitab noch oben weg auf der Preis-Richterskala, oder Roadster, oder überhaupt nichts … wie der Peugeot 206CC – denn das ist ja mal weder ein Roadster noch ein CC – weil ein Zweisitzer kann ich nicht mehr als Coupé-Cabrio zählen.
Nachdem ich schon vor den Fremdfahrwochen recht roadster-erfahren war, und jetzt noch umso mehr, war es die Premiere für mich in einem wahren CC.
Wenn man sich den Eos betrachtet, die Ausstattung und die Konfigurationsmöglichkeiten – dann sieht man das Volkswagen voll in den CC-Markt preschen will, und zwar in Richtung Oberkante an Ausstattung, Komfort, Qualität und …damit natürlich auch den Preis. Ich will hier mal die Eva-Maria zitieren:
Die Preise bei VW zaubern bei mir höchstens die Göttin der Zornesröte ins Gesicht.
Tja, genau wie bei BMW, Mercedes-Benz und Porsche – es sind halt alles typisch deutsche Fabrikat und damit im internationalen Vergleich viel zu teuer. Auch der Eos schlägt mit mindestens 5.000 Euro zu viel an, so dass man günstiger einen Ersatz finden kann, selbst wenn man einige Ausstattungsabstriche ziehen muss. Ein VW ist von Grund auf zu teuer. Wäre schon mal die generelle Differenz beseitigt, wäre sicher die Ausstattungsphilophie ihren Preis wert.
Sagen wir fast … der Innenraum spaltet meine Meinung. Einerseits wenn man den Blick nach vorne richtet, so sieht man wohl Standard-VW-Armaturen, -Mittelkonsole, etc. Da hätte man sich für den wirklich neuen Wagen Eos etwas mehr einfallen lassen können. Andererseits hat man sich weiter unterhalb Mühe gegeben, so dass die Plastikabdeckungen im Innenraum in Farbe der Polsterung/Lederung ausgeführt werden – das wiederum hat etwas für sich.
Zum Glück ist der Eos nicht einfach ein aufgeschnittener Golf – zugegeben, an der Front erkennt man die Familie: Golf, Jetta, Passat – alle sehen sich ähnlich, sehr ähnlich, nur die Dimensionen variieren. So zeigt der Eos eben auch sein VW-Gesicht, aber das war’s auch schon. Von der Wagenlänge zwischen Jetta und Passat einzuordnen, eher Richtung dem Größeren. Fast schon ein Wunder, weil in der Vergangenheit immer der Golf genommen wurde und verunstaltet – sei es nun Erdbeerkörbchen-Cabrio oder so ein Cross-Country-Vehikel
Wenn man erst mal drin sitzt, fällt eine gewisse Unübersichtlichkeit hinsichtlich der Wagen-Dimensionen auf – und das selbst für mich, der etwas höher gewachsen ist und mittlerweile so ziemlich alle KFZ-Typen gefahren hat. Selbst ich sehe von der Front rein gar nichts mehr und kann das vordere Ende vom Fahrersitz aus erahnen – durch die Frontscheibe ist nur die Straße zu sehen. Die etwas steiler abfallende Front ist dabei gar nicht mal so kurz. Das höher gezogene Heck kann durch den Park-Assistenten überwunden werden, der aber meinem Gefühl nach etwas spät anspringt – wenn ich einen Assistenten brauchen würde. Auch die Spiegel (ob Innen- oder Außen-) sind in ihrer Darstellungsweise nicht ganz mein Geschmack.
Übrigens sollte man nicht zu dicht parken, da die „Kofferraumlade“ mind. 30 cm nach hinten sich öffnet beim Dach-Entfaltungsvorgang
Zur Probefahrt hatte ich einen 150-PS-Diesel. Genau diese 150 PS kamen mir im ersten Moment nicht „knackig“ genug vor, so für einen Diesel. In höheren Drehzahlen fing sich das wieder – auch seltsam für einen Diesel. Insgesamt lässt sich aber recht sportlich damit fahren.
Auch die Schaltung hakte mir ein wenig zu sehr – kann aber auch natürlich sein dass ich für Diesel noch nicht alt genug bin
Das Fahrzeug bietet sich an zu einem Zweck – Dach öffnen und Cruisen. Sicherlich kann man schnell damit fahren – aber wer will das in einem Cabrio schon. Nein – eher das sportliche Landstraßenfahren ist dem Wagen zugetan – und Kurven scheint er auch zu mögen.
Der Sportlichkeit sollte aber noch etwas nachgeholfen werden – deshalb würde ich mal in Richtung der vorhandenen 200 PS oder 250 PS-V6-Motoren gehen. Das in Verbindung mit einem ausstattbaren Sportfahrwerk würde dem Wagen sicher sehr gut stehen (jajaja, ich weiß, was das bei VW wieder kosten mag). Mit der Ausstattung bietet VW dann mit Sicherheit aber das sportlichste der momentan erwerblichen CCs – und dem Kunden werden viele Wahlmöglichkeiten in Farben, Ausstattung, usw. gewährt.
Tja, für einen Volkswagen ist der Eos gar nicht mal so schlecht

– wenn das liebe Thema Preis nicht wäre. Dafür schaut man sich besser bei den Franzosen oder bei Volvo um für ein kostengünstigeres Coupé-Cabriolet (Ford bringt ab Oktober auch den Focus als CC). Vielleicht mögen die nicht in allen Bereichen an die Verarbeitung vom Eos heran kommen – ich vermute das jetzt mal – aber wenn man mehrere Tausend Euro spart, dann sollte man das so hinnehmen.
Leider muss ich sagen dass der Eos mir als CC ansonsten gefallen könnte, auch mit leichten Abzügen durch die Standard-Armaturen und großen Abzügen beim Preis. Dennoch ist da mal was gelungen was vom stets gleich tristen Golf ablenkt
So, da es vor dem Eos etliche Tage nichts gab, geht’s jetzt direkt morgen schon weiter, mit
Mission 16: Deckname “Eiffel Tour“