Mission 7: "Factor X"
In der Mathematik steht das X in einer Gleichung für eine unbekannte Größe - und diese Beschreibung passt wohl auch auf den
Kia Magentis.
Oder besser gesagt – auf Kia allgemein. Hand auf’s Herz, wer kann schon einiges über Kia sagen. Viele wissen es noch in Korea einzuordnen, manchen erinnern sich vielleicht auch noch an den Geländewagen/SUV-Verschnitt (namens Sorento). Das war es aber auch schon.
In meinem Gedächtnis lag noch, dass Kia seit Jahren den europäischen Markt mit seinem Preisen angreift, und das nicht nur wie man denken mag, im Kleinwagenbereich. Und das war es bei mir mit der Einschätzung. Beim Studium der Modellauswahl fällt auf, dass die Palette ähnlich der von Toyota ist. Mit Ausnahme von Sportwagen und Roadstern wird praktisch jeder Fahrzeugwunsch gedeckt: Klein-, Kompakt-, Mittelklassewagen, SUVs/Geländewagen, selbst die Ober-/Luxusklasse wird mit dem Modell Opirus bedient – wo man aus dem fernen Korea seit langem versucht ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis zu liefern, dass man bei den europäischen Herstellern schon lange vermisst.
Wie bei vielen anderen auch entschied ich mich hier für die Sparte Mittelklasse und ließ einen Magentis für mich bereit stellen. Wunschkandidat wäre der 2.7 V6 mit 188 PS gewesen. Leider nicht so einfach zu beschaffen als Vorführwagen, so dass zumindest vom Grundkonzept der 2.0 CVVT mit 144 PS her halten. Von der Größe ändert sich ja nichts.
Schon vorweg waren die günstigen Preise ins Auge gefallen, und irgendwo müssen die Kosten dann ja eingespart werden – so wie z.B. beim Suzuki im Standardinnenraum. Und genau da greift auch die Formel hier.
Nein, Abzüge in der B-Note gibt’s hier nicht, aber auch keine Extrapunkte. Plastik verbaut ja so ziemlich jeder (im vernünften Preissegment). Wirkt hier auch nicht unbedingt billig, selbst wenn’s in schwarz ist. Durch verschiedene Oberflächen und Stilwechseln geht’s eigentlich. Bei Dauernutzung sollte man aber schon was tun, und da ist auch was machbar von Werk aus
Von außen ist der Magentis ein schrecklich normaler Mittelklassewagen … was jetzt nicht als schlecht darzustellen ist, sondern es wurden auch Stilbrüche vermieden. Manche Elemente und Ansichten scheinen einem vertraut vorzukommen – aber Ähnlichkeiten zwischen Fahrzeugen gibt es ja immer wieder.
Auch wenn man das bei anderen Fahrzeugen anders regeln würde… hier empfehle ich bei der Farbwahl Silber oder Rot. Da kommt der Wagen recht gut daher, in Blau oder Schwarz (wie Probe gefahren) wirkt er dagegen unscheinbarer – so dass Helligkeit gefordert ist. Der mich betreuende Verkäufer hatte selbst einen Magentis in Silber, tiefer gelegt und mit wirklicht guten Felgen. Das gab dem Magentis eine sehr sportliche Note.
Ansonsten ist es eben die Linienführung für einen normalen Mittelklassewagen.
Das Fahrgefühl ist erstaunlich gut, selbst der „kleine“ Motor greift richtig gut bei Beschleunigung (für einen Wagen dieser Klasse und Statur – ist eben kein Sportcoupé). Hochgerechnet auf den V6 müsste der eigentlich sehr knackig daher kommen. Bei langsamer Fahrt ist es ein superbequemes Cruisen. Sprich, der Wagen rollt wie ganz von allein und schluckt alle Bodenunebenheiten.
Sprich, man hat zwei Fahreigenschaften, die recht unterschiedlich sind. Keine Ahnung ob das gewollt war, aber es ist nun mal so. Mit dem weichen Rollen bei niedrigen Geschwindigkeiten macht es den Wagen auch absolut stadttauglich.
Als Ganzjahreszweitwagen für den kleineren Geldbeutel aber gleich großen Ausmaßen wie bei der Konkurrenz bestimmt eine Alternative – wenn man keine unbedingte Sportlichkeit benötigt mit Motoren über 200 PS.
Ach ja, wie man sieht hole ich die Wagen wirklich von Händlern und nicht sonst wo her
Beim Magentis würde die Empfehlung auf den V6 den ich mir knackig vorstelle. Denn mit diesem Motor gibt’s automatisch die „EX TOP“-Ausstattung, worin z.B. das inbegriffen ist: Innen-Lederausstattung (damit wird’s innen auch ansehnlicher), Glasschiebe/-ausstelldach, Alu-Carbon-Look-Applikationen, 17-Zöller, und einige kleine Nettigkeiten mehr. Diesen dann tiefergelegt und man hat einen netten Wagen.
Wenn man sich dieses Jahr noch entscheiden sollte, wird der Spaß nicht mehr als 25.000 Euro kosten. Okay, manche werden sagen das sind 50.000 DM. Aber das geht so langsam nicht mehr, sondern man muss den Euro-Vergleich setzen. Und dann schaut man mal was ein pobliger, Grund-Golf kostet, schon weiß man die 25k Euro für diesen vollausgestatten 2.7V6 Magentis einzuschätzen
Übrigens, wer mit einem Kia liebäugelt (egal für welche Nutzung) oder einen Interessenten kennt – dieses Jahr lohnt sich auch bei den anderen Modellen zuzuschlagen. Denn Kia versucht wirklich seine Fahrzeuge auf den Markt zu bringen damit der Factor X verschwindet, und dabei unterstützen sie die Käufer durch den Preis. In der Regel kann man jeden UPE-Preis eines Kia nehmen, darauf wird man 10 bis 15 % Nachlass vom Verkäufer bekommen, beim Magentis sind das über 3.000 Euro. Das macht den im Vergleich günstigen Kia gleich noch etwas günstiger und attraktiver. Und vom Eindruck her hinkt er den anderen Koreaner nicht hinter her.
Wer sich einen neuen Ganzjahreswagen mit interessantem Motor zulegen will – ich sage mal in der Klasse sind 190 PS schon interessant – aber nicht ganz das Geld hat für die breite Masse, sollte sich den Kia mal anschauen. Kucken kostet nix und ich hab schon schlechteres gesehen
So, morgen und übermorgen läuft nichts, da ich drei Angebote gleichzeitig fertig machen muss und ein paar Kollegen noch im EDV-System schule. Weiter geht’s dann am Freitag, mit der
Mission 8: Deckname "Dauerbrenner"