Ich entschuldige mich schon im Voraus… selbst mit einer vollautomatischen Digitalkamera kann ein Luxemburger wohl nicht fotografieren. Keine Ahnung warum aber es war viel zu hell, obwohl man das gar nicht verstellen kann. Naja, ich konnt die Bilder noch halbwegs retten
Mission 4: "Schni schna Schnappi"
Tja, heute war es soweit. Jede Logik wurde zu Hause gelassen, verschlossen im Schlafzimmerschrank, denn mit Vernunft hat folgendes Auto eigentlich gar nicht zu tun – der Porsche
Cayman
Und ich nehme die Quintessenz schon einmal vorweg. Es gibt eigentlich nur einen guten Grund sich einen Porsche zuzulegen – weil es ein Porsche ist. Das ist aber nur ein halber Grund, die andere Hälfte wird durch folgendes belegt – einen Porsche sollte man sich kaufen wenn man Geld zu viel hat. Ja, wenn man es wortwörtlich zu viel hat und nicht weiß was man machen soll, bzw. vor der Entscheidung steht, werfe ich das Geld jetzt weg oder gebe ich es für einen Zuffenhausener aus.
Denn mit Vernunft kann man es sonst nicht erklären – und wenn man nicht genau diese Beweggründe hat, sollte man sich keinen zulegen, ganz gleich welchen.
Damit wir uns nicht missverstehen…. in Deutschland werden nur an einem Ort ordentliche Fahrzeuge gebaut, und das ist in den Porsche-Werken. Wer eine andere Meinung hat sollte sich mal nüchtern die Zahlen betrachten. Die in Zuffenhausen sind tiefschwarz, die in Wolfsburg zum Beispiel knallrot
Jedoch bekommt man vergleichbare PS-Zahlen und Drehmomente woanders für 60 % des Porsche-Preises. Nur ist es dann kein Porsche

Eben also der einzig gute Grund für Ferdinand’s Vehikel.
Kommen wir zu den heutigen Fakten – da man deutsche Verkäufer von teuren Fahrzeugen in die Tonne treten kann und das Porsche-Zentrum in Trier eh eine Sache für sich ist, habe ich einen luxemburgischen Bekannten, der schon Cayman-Fahrer ist, kontaktiert, der für mich eine Fahrt mit einem Fahrzeug des PZ Luxembourg arrangierte, dort ist man gleich mal entgegenkommender
Den Cayman gibt’s in zwei Werksmotorisierungen – mit 245 PS (wie ich ihn heute hatte) und mit 295 PS. Dieser Unterschied kostet den Kunden mal schlappe 11.000 Euro. Ach ja, wo wir schon mal einen Preis angeschnitten haben, den „kleinen“ Cayman gibt’s ab etwas mehr als
47.000 Euro Auch ansonst ist ein Porsche ein typisch deutscher Wagen, heißt, man kann Unmengen von Geld an Sonderausstattung, Zubehör und optischer Aufwertung ausgeben. Da gehen mal schnell wieder 10.000 Euro ins Land.
Für jemanden, der zum ersten Mal selbst hinter dem Steuer eines Porsche sitzen sollte macht sich ein Gefühls-Mix breit – das Kind im Manne kommt zum Vorschein. Zum einen der Respekt vor dem teuren Gefährt, es ist ja immer nicht das eigene

, zum anderen die mit überschwenglicher Freude geschwängerte Neugier.
Zwei Erkenntnisse macht der Motorliebhaber sofort – jetzt nicht dass der mir zur Verfügung gestellte Vorführwagen 19-Zöller draufgetackert hatte (vom Werk her sind es 17er), schon das kleinere Porsche-Sportlenkrad (hmmmm, ich glaube bei Porsche den Begriff Sportlenkrad zu verwenden scheint überflüssig, es war halt das sportlichere von beiden) aufwies und die Sportsitze (ja ja ja, Erklärung wie zuvor), die wie angegossen sich ergeben.
Nein, vielmehr dass man Platz hat im Wagen, also auch bei Körpergröße über 1,90 hat man genug Kopffreiheit. Ich würde schätzen bis Körpergröße 1,97 dürfte es keine Probleme geben. Außerdem dass das Standardschaltgetriebe auch beim Cayman nur 5 Gänge hat? Hääääää? Ja, nur 5. Ist wohl irgendwie aus Tradition so. Aber ein 6-Gang-Getriebe gibt’s natürlich auch – gegen was? Gegen Aufpreis

Dieser soll aber nicht ganz so hoch sein.
Was zeichnet den Porsche aus? Er ist eine Drehorgel. Spaß hat man eigentlich immer, ab 5.000 U/min wird der noch mal größer, weil der Mittelmotor dann noch mal richtig greift, hochjubelt und der Sound der 6 Ventile sich wohl zum besten entwickeln was man in einem Auto unterhalb der 100.000 Euro-Marke hören kann. Übrigens… der kleine Cayman-Motor hört sich besser an als der große

Er ist die Urmutters des Brettes, das auf der Straße liegt. So lange es trocken ist, haftet er wie Sekundenkleber. Selbst Bodenunebenheiten werden zur normalen Fahroberfläche. Kein Nachfedern, kein Vibrieren, kein Verlust von Bodenhaftung. Der Cayman frisst alles was vor die Räder kommt. Da kann schon mal vor Begeisterung die Schnapp-Atmung einsetzen
Am Porsche ist eben alles Sport, von den Bremsen übers Fahrwerk und Lenkung bis hin zur jeden einzelnen Schraube. Andere Autos können sportlich sein, der Porsche ist Sport. Porsche eben.
Die kritische Frage ist aber eben, ob das wirklich nötig ist, weil man für weniger Geld auch sehr interessante Wagen bekommen kann, und 245 PS/273 Nm bzw. 295 PS/340 Nm gar nicht mal so schwer ersetzbar sind, für einen kleineren Kredit. Ein Tipp: Einen Dienstwagen vom Verkäufer (keinen reinen Vorführwagen) holen, da gibt’s satte Prozente (10 bis 15 %).
Interessant zu wissen, dass bei sportlicher Handhabung der Verbrauch bei 11 bis 12 Liter liegt, bei 16 Liter wenn man den Tank leer prügelt, der Cayman aber auch mit 7 Liter bei normal-sparsamer Handhabung fahren kann (nur wer will das?).
Ein zweischneidiges Schwert, da dem Fahrer eigentlich nur der Satz „Ich fahre Porsche“ durch den Kopf geht. Wem der Gedanke nicht fasziniert der muss nur gerade aus schauen. Die Aussicht aus dem recht kleinen Frontfenster zeigt nicht die lange Motorhaube, aber der Blick wird eingerahmt durch zwei Buckel, also die Erhebungen, die in den Frontleuchten enden. Da begeistert also schon der Blick aus der Frontscheibe
Fazit: Einen Porsche geschenkt bekommen …. ich würde ihn natürlich nehmen und eine Zeit lang fahren. Einen kaufen und bezahlen. No, no, never. Auch wenn er es wert sein sollte, die Preise sind einfach zu hoch.
Und sind wir mal ganz ehrlich, ganz tief in unserem Herzen wissen wir, dass so lange wir von einem Porsche träumen und in die Porsche-Welt reinschnuppern, diese Autos viel mehr zu schätzen wissen, als wenn wir ihn dann doch bezahlen müssen (wenn wir können) und ihn haben.
Nur die Distanz zu einem Wagen, einer Marke, lässt ihn/sie zum Mythos werden. Doch wer weiß, vielleicht kommt ja morgen schon die Einladung von Günther Jauch zu „Wer wird Millionär“. Bis jetzt hätte ich jede Millionenfrage gewusst ….
Auch morgen bin ich wieder im Einsatz ...
Mission 5: Deckname "Rock the road"