Tobias' Celica aus dem Landkreis Heilbronn

Dieses Thema im Forum "Showroom" wurde erstellt von Biber, 8. Oktober 2019.

  1. Biber

    Biber Member

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    Ich bin euch noch einen Abschlussbericht schuldig.

    Da ich die Achsen komplett zerlegt hatte, ist eine Spureinstellung fällig.
    Meine Stammwerkstatt ist zur Zeit wegen des Sommer/Winterreifenwechsels ziemlich ausgelastet. Deshalb habe ich Spur/Sturz mit Wasserwaage und Schnur provisorisch eingestellt.
    Die vorgegebenen Werte lt. Werkstatthandbuch sind:
    VA:
    Sturz: -0° 25' (+/-45') = 3,38mm +/- 6,0mm
    Spur: 0° (+/-12') = 0mm +/- 1,6mm

    HA:
    Sturz: -1° 05' (+/-45') = 8,80mm +/- 6,0mm
    Spur: 0° 18' (+/-12') = 2,40mm +/- 1,6mm

    mm-Werte beziehen sich auf den Durchmesser meiner 17" Felgen von 485mm. Da ich keine Sturzwasserwaage etc. habe muss ich mittels Meterstab bzw. Distanzstücken die korrekten Winkel abbilden.

    Zunächst stellt man den Sturz ein. Ich habe eine normale Wasserwaage verwendet und zwei gleichgroße Nüsse als Abstandshalter zur Felge angeklebt. (Reifen steht über die Felge über und verfälscht sonst das Ergebnis).
    Dann ein geeigenetes Distanzstück finden (VA: 3,4mm; HA: 8,8mm) und den Sturz entsprechend einstellen (HA: Exzenter am Achsträger oben, VA: über Schrauben am Federbein).
    Wenn das Fahrzeug zur Einstellung angehoben werden musste, unbedingt nach dem Ablassen etwas vor/zurückschieben und von Hand ein paar Mal einfedern lassen, dass das Rad wieder korrekt steht.

    Ist der Sturz eingestellt, kommt die Spur dran.

    Hierfür benötigt man Meterstab, Schnur, Unterstellböcke o.Ä.

    Die Schnur wird rechts und links von 0,5m vor Vorderkante bis 0,m hinter Hinterkante des Autos gespannt.
    Beide Schnüre müssen vorne/hinten den gleichen Abstand haben und die Abstände zwischen Radmitte li/re und Schnur müssen ebenfalls gleich sein.
    Der Abstand Radmitte/Schnur vo/hi ist unterschiedlich. Bei mir ist die Hinterachse 10mm schmäler als die Vorderachse. Wobei dieses Maß aufgrund der Bauteiltoleranzen, Spiel in Schraubenlöchern etc. etwas variieren kann.
    Passen die Schnüre, kann man vorne/hinten an den Felgen messen und die Spur entsprechend einstellen.
    Achtung: darauf achten, dass sich das Lenkrad dabei nicht verdreht und ggf. nachkorrigieren.
    Ich habe nicht darauf geachtet und deshalb die Schnürde zweimal aufgebaut.



    [​IMG]


    Danach waschen:
    [​IMG]

    und los zur Probefahrt.
    Anhand einiger Forenbeiträge scheint die Befüllung / Entlüftung des Kühlsystems sehr schwierig zu sein...
    Füllmenge lt. Werkstatthandbuch sind 5,7l
    Ich habe den linken Kühlerschlauch befüllt. Anschließend das Ausgleichsgefäß.
    Dann habe ich den beifahrerseitigen Schlauch am Heizungswärmetauscher abgenommen und den Ausgleichsbehälter mittels Pusten unter druck gesetzt und dadurch ca. 4 Liter Kühlwasser in den Kreislauf bekommen.
    Anschließen habe ich den Motor gestartet, eine Runde gedreht, nach 500km Fahrt stieg die Temperauranzeige auf Max an.
    Also habe ich kurz angehalten und den Motor im Standgas abkühlen lassen.
    Ich bin dann langsam einige steile Straßen gefahren und konnte einen weiteren halben Liter nachfüllen.
    Danach blieb die Anzeige Stabil, also bin ich zur ausgiebigen Probefahrt gestartet.

    Alle 10km habe ich angehalten. Noch 2x 0,5l Wasser nachgefüllt. Seitdem ist der Kühlwasserstand konstant.

    Seit 177291km bin ich nun mit Austauschmotor unterwegs.
    [​IMG]


    In der Zwischenzeit bin ich knapp 600km gefahren. Wasser+ Ölstand ist konstant. Alles ist dicht.
    Ich würde sagen der Umbau war erfolgreich!

    Zwischenzeitlich habe ich nochmals diverse Schrauben an Motorhalterungen und Achsteilen nachgezogen.
    Gerade bei frisch lackierten Teilen ist das immens wichtig! Der Lack weicht dem Druck der Schrauben aus, dadurch geht die Vorspannung der Schrauben verloren und sie werden locker.

    Die Geschwindigkeit halte ich nur für derart kurze Projekte.
    Zwischen Mototausbau und Probefahrt lagen 3 Wochen und 1 Tag, wobei ich ein Wochenende nicht arbeiten konnte, weil wichige Teile gefehlt haben.
    Außer den Wochenenden habe ich nach Feierabend ab 19:30 für 2-3-4 Stunden geschraubt.


    Gruß
    Tobias
     
  2. Predator

    Predator Active Member

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    Respekt !
     
  3. celica michi

    celica michi Member

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    kannst du stolz darauf sein
     
  4. Biber

    Biber Member

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    Danke für die Aberkennung!

    Ich bin auch etwas stolz auf das Projekt.
    Gelernt habe ich das nicht. Alles learning by doing an meinen Eigenen Autos.
    Habe zwar Maschinenbau Studiert, aber da lernt man bekanntlich überwiegend die Theorie.
    Beruflich bin ich Konstrukteur, also Schreibtischtäter.
    Die Schrauberei ist mein Ausgleich zum Bürojob.
    Angefangen hab ich mit Radlagern, Stoßdämpfer, Bremsen über Achsmanschetten an Celica, Rostbekämpfung und Schweller Schweißen am Hilux, Gewindefahrwerk am GT86 und Radlager, Unterboden Schweißen und lackieren und Bremse am MR2.
     
    celica michi gefällt das.
  5. Celi-Jens

    Celi-Jens Super-Moderator

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    Mein lieber Mann, da hat sich aber jemand Mühe gegeben! RESPEKT.
     
  6. koilee

    koilee Member

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    Ich meine irgendwo gelesen zu haben das ein anderer Motor ...ein anderer 1ZZ-FE aus "Nicht Celica" nicht so einfach passt !

    Gibt es denn Erkenntnisse / Listen aus welchen Toyotamodellen der 1 ZZ-FE in unsere Celi passt ?
     
  7. CRX_Fan

    CRX_Fan Well-Known Member

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    Der wesentliche Unterschied besteht in der Regel aus unterschiedlichen Innereien und Anbauteilen. Die Zylinderköpfe sind innerhalb des 1ZZ-FE teilweise sehr verschieden.
    Ansaug- und Abgasanlagen ebenfalls. Die Blöcke sind in aller Regel gleich. Der MR2 hat z.B. andere Wasseranschlüsse am ZK, wegen Ölkühlung...und so zieht sich das durch die Modellreihen, das es hier und da Änderungen gibt. Auch in den Anbauteilen unterscheiden sich diverse Dinge wie der Anlasser als ganz banales Beispiel. Beim T25 kurz und breit, beim T23 lang und schmal. Aber das sind nur einzelne Unterschiede...wie gesagt gibt es sehr viele andere. Oder die nicht vorhandene Servopumpe bei z.B. Avensis...etc.
    Daher passt auch kein Komplett-1ZZFE (mit Anbauteilen) wirklich 1zu1 untereinander, sondern es muss immer etwas vom Zielmodell umgebaut werden.

    z.B. sind auch die Belastungsgrenzen teilweise mitunter anders. Ein T25 oder RAV4 dreht nicht so hoch wie ein T23...nur als Beispiel (Redline). Das erkennt man auch u.a. an den verbauten Innereien wie dem Ventiltrieb und deren Teilenummern, die durch die Modellbänke weg hier und da unterschiedlich sind. Und das ist der Kernpunkt, der dann doch nicht unerheblich ist, wie die Nockenwellen z.B.

    @Biber
    Sehr gute und durchdachte Arbeit! Schön dokumentiert - sowas sieht man gern!
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2019
  8. Biber

    Biber Member

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    Ich habe mit einem alteingesessenen Toyotahändler aus dem Bayrischen Wald, sowie der Fa. Asiamotoren gesprochen.

    Beide haben mir empfohlen besser einen Avensis/Corolla 1ZZ-FE möglichst neuen Baujahrs einzubauen, da der Motor kein Shortblock-Problem haben sollte. Also habe ich mir den Motor des Avensis BJ 2007 gekauft.

    Die Gebrauchtmotoren kommen ohnehin ohne Anbauteile, so dass man sowieso alles vom alten Motor abbauen und an den neuen Motor anbauen muss.
    Mein Motor hat einwandfrei gepasst. Kühlwasseranschlüsse waren identisch und alle Umbauteile passten an den Motor.

    Der Motor läuft einwandfrei, fühlt und hört sich nicht anders an als der Originalmotor

    Alles weitere wird die Zeit zeigen ;-)

    @Ben:
    Ich habe aus dem Forum (und von dir) schon viele hilfreiche Infos bekommen.
    Deshalb dokumentiere ich hier alles ordentlich, damit ich evtl. auch anderen die Ähnliches vorhaben weiterhelfen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. November 2019

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