Da der TÜV Termin der Nachprüfung immer näher rückt werd ich wohl oder übel in den sauren Apfel beissen und Neuware bestellen müssen.
Ich würde da ganz anders vorgehen. Man ist leider dem Urteil des Prüfers ausgeliefert. Bestimmt aus gutem Grund, denn er darf das Bauteil leider nicht demontieren und genauer prüfen und muss sich deshalb teilweise auf seine Erfahrung und sein Bauchgefühl verlassen. Und die Realität spricht ja auch dafür: Alte Autos sind an den Achsen häufig stark verrostet oder sogar durchgerostet. Dafür gibt es genug Beispiele, gerade auch bei der T23.
Wenn eine Stelle schon so stark vergammelt aussieht, findet sich häufig irgendwo an einer versteckten Stelle tatsächlich noch eine Durchrostung.
Blöd ist nur, dass dieses Bauteil extrem selten ist, vielleicht sogar gar nicht mehr verfügbar, und selbst gebrauchte Teile oft schon stark beschädigt sind, wenn man überhaupt eines bekommt.
Die vierwöchige Frist für die Nachuntersuchung ist bei alten Autos tatsächlich ziemlich ungünstig. Am besten fragt man bei einem älteren Fahrzeug vorher eine Werkstatt, die sich gut damit auskennt, was ein Prüfer bei einer Hauptuntersuchung kontrolliert, und lässt das gesamte Auto einmal entsprechend durchsehen. Das ist häufig günstiger als eine Hauptuntersuchung, und man gerät nicht unter den Zeitdruck der vierwöchigen Nachuntersuchungsfrist.
Wenn man es richtig machen will, würde ich die gesamte Hinterachse ausbauen, komplett zerlegen und sämtliche Bauteile gründlich prüfen und mit einem Prüfhammer abklopfen. Dann kann man nur hoffen, dass die Korrosion tatsächlich nur oberflächlich ist und die Bauteile strukturell noch vollständig intakt sind. Sobald ein Bauteil durch Korrosion geschwächt oder sogar durchgerostet ist, gehört es natürlich ersetzt. Das entsprechende Ersatzteil kann man dann in Ruhe besorgen.
Anschließend alle Schrauben neu besorgen und die Hinterachsbauteile so aufarbeiten, wie es auch im Restaurierungsbeitrag gemacht wurde. Es muss nicht unbedingt pulverbeschichtet werden, aber zumindest vernünftig gegen erneute Korrosion geschützt werden. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise Feuerverzinken. Alternativ kann man die Teile nach einer chemischen Entlackung und Entrostung mit Brunox Epoxy behandeln und anschließend mit einem geeigneten Lack beziehungsweise Unterbodenschutz beschichten.
Danach die Achse wieder vollständig zusammenbauen, eine Achsvermessung durchführen und fertig.
Das Ganze ist sehr zeitaufwendig, dafür hat man anschließend aber eine vernünftige und dauerhafte Lösung und mindestens für die nächsten fünf Jahre Ruhe. Bei einer entsprechend haltbaren Korrosionsschutzbehandlung wahrscheinlich noch wesentlich länger.
Preislich sollte das Ganze bei viel Eigenarbeit für unter 300 Euro machbar sein, vielleicht mit sämtlichen neuen Schrauben ungefähr 400 Euro.
Anschließend würde ich das Fahrzeug noch einmal der Werkstatt zeigen und danach dem Prüfer zur neuen HU vorstellen.
Relais, Sekundärluftpumpe
Grüße & viel Erfolg