Radlager bzw Radnabe ersetzen, Radbolzen ersetzen

Dieses Thema im Forum "FAQ - Forum" wurde erstellt von servus, 21. April 2010.

  1. servus

    servus Moderator

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  2. CRX_Fan

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    Grüsse,

    da ich bei meinem Einbau der längeren Stehbolzen an der Hinterachse für die Spurplatten auch einige Fotos gemacht habe, stelle ich Sie Euch mit ein paar Erläuterungen auch mal zur Verfügung.

    Als erstes die beiden Schrauben für den Bremssattel gelöst, den Bremssattel abgenommen und mit einem Kabelbinder an der Fahrwerksfeder aufgehängt:
    [​IMG]

    Handbremse im Innenraum lösen.
    Nun die Bremsscheibe abnehmen. Wenn sie sich nicht abnehmen lässt, muss das Rädchen zur Handbremseinstellung gedreht werden, damit sich die Backen von der Trommel lösen.
    Das Rädchen befindet sich hinter dem schwarzen Stopfen am unteren Teil der Bremsscheibe:
    [​IMG]


    Nun schaut es so aus:
    [​IMG]

    Die Handbremse habe ich der Einfachheit halber abmontiert, da man dann doch mehr Platz zum arbeiten hat, man nichts beschädigt, alles sieht und überall ran kommt.

    Das hier sind die Einzelteile der Handbremse:
    [​IMG]

    Wer es das erste mal macht, sollte sich das ganze fotografieren, damit man es genau so wieder montieren kann.

    Rückholfedern und Haltefeder aushängen. Die erste Bremsbackenanpressfeder abnehmen, dazu die Anpressfeder etwas zusammendrücken und den Stift 90° zur Seite drehen, dann springt die Anpressfeder auch schon raus.
    Die Bremsbacke, den Einsteller, den Spreizhebel entnehmen.
    Die Anpressfeder der anderen Bremsbacke ebenfalls lösen und die zweite Bremsback entnehmen.

    Nun muss die Schraube des Handbremsseils an der Ankerplatte hinten entfernt werden:
    [​IMG]

    Jetzt kann man das Handbremsseil am silbernen Hebel aushängen.
    Die Handbremse sollte nun komplett demontiert sein.

    Den ABS Sensor abziehen. Schraubendreher in den Spalt und Clip nach unten drücken, gleichzeitig den Stecker abziehen:
    [​IMG]

    Nun kann man die 4 großen Schrauben der Radnabe lösen:
    [​IMG]
    ...und die gesamte Ankerplatte samt Radnabe abnehmen.

    Die Ankerplatte sollte man nun in einen Schraubstock einspannen, denn nun kommt der wirklich miese Part:
    [​IMG]

    Die Radnabe ist bei den älteren Modellen meist extrem fest mit der Ankerplatte verschmolzen. Einige drehen die 4 Schrauben nun wieder ein Stück rein und schlagen auf diese ein, um die Radnabe auszutreiben. Ich bin kein Fan dieser Methode, da doch einige sehr sehr starke Schläge auf die Radnabe ausgeübt werden.

    Ich mache es auf eine andere Art. Ich nehme einen Meißel, Beitel oder ähnliches Werkzeug und spalte mit einigen gezielten Schlägen die Radnabe von der Ankerplatte. Die Variante mit Gleithämmern ist nicht so mein DIng, da man dann meist die halbe Radnabe aus dem Lager zieht...
    [​IMG]

    Immer abwechselnd an verschiedenen Stellen, das sich die Radnabe gleichmäßig lösen kann und nicht verkantet:
    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    Wenn man sie nun endlich aus der Ankerplatte raus hat, kann man die Ankerplatte ja etwas säubern, entrosten (vor allem den Sitz der Radnabe), lackieren, etc…
    [​IMG]

    Nun kann man die Radnabe in den Schraubstock einspannen und anfangen, die Bolzen zu entfernen.
    Da gibt es verschiedene Varianten.
    Zum Beispiel kann man sie mit einem Ausdrücker/Abzieher auspressen:
    [​IMG]

    Oder man kann die originalen Bolzen aber auch mit einem Hammer rausschlagen. Sie sitzen nicht besonders fest in der Radnabe.

    Hat man alle Bolzen entfernt, kann man die neuen langen einziehen.
    Auch da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
    Entweder wieder mit dem Abzieher:
    [​IMG]

    Oder aber mit einer Radmutter:
    [​IMG]

    Ich habe die Radmutter absichtlich umgedreht, da die andere Seite sich durch den Druck und der scharfen Kante in das Material der Nabe oder Unterlegscheibe fressen würde.
    Wenn man eine normale Mutter nimmt, muss man auf die korrekte Steigung achten, damit man das Gewinde des Bolzens nicht beschädigt.

    Man muss nun entsprechend gegenhalten, damit man mit der Ratsche/Schlüssel, den Bolzen in die Nabe ziehen kann.
    Beim ersten Bolzen hat man natürlich noch keine Möglichkeit zum gegenhalten, da steckt man einen stabilen Gegenstand durch das Loch (Schraubendreher o.ä) und blockiert die Nabe dann so am Schraubstock:
    [​IMG]

    Hat man alle Bolzen eingezogen kann man die Ankerplatte schon mal wieder am Achsschenkel montieren. Die Anlagepunkte der Bremsbacken an der Platte sollte man mit Keramikpaste leicht befetten:
    [​IMG]

    Die Ankerplatte rostet sehr gerne. Instandsetzen oder austauschen:
    [​IMG]

    Die Bremsbacken kann man bei der Gelegenheit auch etwas anschleifen, ebenso die Innenseite der Trommel:
    [​IMG]
    [​IMG]

    Dann kann man wieder alles montieren. Handbremse anbauen, Handbremsseil einhängen, Schraube für das Handbremsseil, Radnabe einsetzen, ABS Sensor anklemmen.
    Die 4 Schrauben der Radnabe in mehreren Durchgängen über Kreuz anziehen:
    [​IMG]

    Bremsscheibe wieder drauf setzen. Die Handbremse muss natürlich jetzt wieder über das Rädchen eingestellt werden. Rad mit zwei Radmuttern provisorisch festziehen (oder ohne Rad mit zwei Muttern festziehen).
    Handbremse zwei Rasten anziehen. Einstellrädchen drehen bis sich das Rad nicht mehr normal von Hand drehen lässt. Dann das Rädchen wieder so lange zurückdrehen, bis sich das Rad wieder von Hand frei drehen lässt. Ein leichtes schleifen ist normal.
    Stopfen wieder in das Einstelloch setzen. Rad montieren.




    RADLAGER VORNE:
    Grobe Übersicht


    Radlager Austausch. Variante: Ausgebauter Achsschenkel - Presse

    - Sicherungsring entfernen. Sitzt er extrem fest können Erwärmung und gezielte Schläge den Ring lockern:

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]


    - Radnabe auspressen. Druckstück direkt und NUR an der Rückseite der Radnabe zentral ansetzen und durchpressen:

    [​IMG]

    [​IMG]


    - Entfernen des inneren Lagerrings der Aussenseite von der Nabe. Variante: Ansetzen eines Krallenabziehers:

    [​IMG]

    [​IMG]

    Alternativ: Ring anflexen, abmeisseln, eingespannt im Trennmesser (Spannbacken) abpressen


    - Auspressen des Radlagers. Druckstück am Radlagers ansetzen und durchpressen:

    [​IMG]

    [​IMG]


    - Radlagergehäuse reinigen, ggf. leicht an ölen. Nut für den Sprengring mit einem Dremel mit Schleifstein säubern.


    - Lager einpressen. Altes Lager oder Druckstück auf den Aussenring des Lagers ansetzen und einpressen:

    [​IMG]

    [​IMG]


    - Radnabe einpressen. Druckstück am Innenring des Radlagers ansetzen bzw. Gegenhalten (da sich sonst der Ring nach aussen drückt) und Schenkel runterpressen bzw. Nabe auf den Schenkel pressen:

    [​IMG]



    Alternative Möglichkeit zum Radlagerwechsel: Variante: Radlager am Auto bei montiertem Achsshenkel wechseln. Sehr gutes Abziehwerkzeug mit diversen Töpfen und Druckstücken wird benötigt, Schlagschrauber, Gleithammer

    Das sieht dann so aus:
    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2013
  3. Meister_Lampe1

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    Ich werde wohl auch die Radlager wechseln dürfen.

    Vorab habe ich da allerdings noch eine Frage.
    Ich konnte am Auto leider noch nicht schauen.

    Die Mutter unter der Abdeckkappe an der Vorderachse sieht zumindest auf den Fotos wie wenn es keine Normale Mutter ist und sieht auch nicht nach Vielzahn aus.
    Kann mir jemand sagen welche Nuss man braucht für diese Mutter oder täuschen die Bilder nur und es geht eine stinknormale Vielzahn?
     
  4. CRX_Fan

    CRX_Fan Well-Known Member

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  5. Meister_Lampe1

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    Danke, war auch gerade draußen habe es gesehen.
    Da habe ich wohl nur schlecht gesehen. :rolleyes:
     

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